Hessischer Bildungsserver / Realschulen in Hessen

Beispielhaftes Projekt in Kooperation mit der Dautphetalschule

30 Schüler schwärmen freiwillig in der Gemeinde als Helfer aus

Dieser Beitrag ist abgelaufen: 14. Februar 2004 00:00

Dautphetal-Friedensdorf. In der Gemeinde Dautphetal läuft in der kommenden Woche ein Pilotprojekt an, das in der Region seinesgleichen suchen dürfte: "Freiwillig aktiv in Dautphetal" ist es überschrieben, und es ist ein Vorhaben, das so ganz und gar gegen den oft beklagten Zeitgeist ansteuert. 30 Schülerinnen und Schüler der Dautphetalschule gehen in öffentliche Einrichtungen und helfen dort ein halbes Jahrl lang einmal die Woche freiwillig und unentgeltlich mit. Die Freude an ehrenamtlicher Arbeit - in Dautphetal versucht man sie frühzeitig bei den jungen Leute zu wecken.

14 bis 16 Jahre sind sie alt, sie besuchen die siebte bis neunte Klasse der Haupt- und der Realschule. Als Schulleiter Werner Heck die Idee von Günter Kositzki, dem Seniorenratsvorsitzenden, aufgriff, brauchte er nicht lange zu bitten oder gar anzuordnen - ruck-zuck hatte er eine große Schar Jugendlicher, die sich bereit erklären, diesen freiwilligen Dienst zu übernehmen. Sie werden in Kindergärten helfen, in der Behindertenarbeit der Hilda-Heinemann-Schule und der Hinterländer Werkstätten. Sie werden in der Jugend- und Kinderarbeit der Kirche gebraucht und für den Kassettendienst im Einsatz sein. Sie wollen im Seniorenzentrum alten Menschen behilflich sein und ihnen Gesellschaft leisten und werden in Vogelschutzgruppen und im Natur- und Umweltschutz mit anfassen.
Dritter Projektteil
"Dies ist der dritte und schwierigste Abschnitt unseres gemeinsamen Projektes, das zum Ziel hat, die freiwillige Arbeit in der Gemeinde frühzeitig zu fördern" erklärte Schulleiter Heck gestern, als die Jungen und Mädchen ihre Einsatzorte zugeteilt bekamen. Vorher schon hatte "Alt hilft Jung - Jung hilft Alt" für Furore gesorgt. Zunächst mit dem Einstiegsprojekt, dem Computerkurs. Seit einem dreiviertel Jahr läuft dieses Vorhaben an der Schule. Jugendliche unterweisen Senioren im Umgang mit Computer und Internet. Ausgebucht sind die Kurse seit ihrem Beginn. Angschlossen hat sich die "Revanche": Spezialisten aus den Reihen des Seniorenrates zeigen den Jugendlichen wie man Schach spielt, sie stehen ihnen als Zeitzeugen zur Verfügung und als Vorleser. Neu wird ein Kunstprojekt sein, wo die Jugendlichen T-Shirt-Aufdrucke entwerfen können und diese auch selbst drucken.
Für die aufwändige dritte Aktion haben sich Heck und Kositzki kompetente Unterstützung mit ins Boot geholt. Sabine Schlegel von der Jugendkonflikthilfe des Landkreises ist an der Schule keine Unbekannte. Sie dient den Schülern als Ansprechpartnerin und wird das Projekt mit regelmäßigem Erfahrungsaustausch begleiten. Organisatorisch laufen die Fäden bei der Freiwilligen Agentur des Landkreises zusammen. Dort hält sie deren Leiterin Doris Heineck in Händen, die sich um die Zuteilung der Jugendlichen zu den passenden und nach Möglichkeit von ihnen selbst gewünschten Einsatzstellen gekümmert hat.
Hohe Bereitschaft
Beide Frauen waren hoch angetan von den günstigen Rahmenbedingungen für diese Arbeit. Heineck: "Die Bereitschaft, hier mitzumachen war in den Einrichtungen, die wir angesprochen haben sehr groß. Wir sind sicher, dass die Jugendlichen dort auch gut betreut werden." Für die Schüler wird ihr freiwilliger Einsatz durchaus auch gewinnbringend sein. Schlegel: "Sie können bei dieser Arbeit ihre persönlichen Neigungen erkennen, sich selbst und ihre Wirkung ausprobieren. Dies kann wichtige Denkanstöße auch im Hinblick auf die Zeit nach der Schule und ihre Berufswahl geben".
Nach der zunächst auf ein halbes Jahr begrenzten Einsatzzeit bekommen die Jugendlichen ein Zertifikat, das von Schule und Gemeinde unterzeichnet ist. Schlegel: "Das ist durchaus eine Zierde für jede Bewerbungsmappe!"
15.01.2004
Von Irmela Dörries-Müller
Tel.: (0 64 61) 92 81 44

| 12.12.2008